Ist jetzt das Jobticket steuerfrei?

Ist jetzt das Jobticket steuerfrei?

Jobticket steuerfrei – Eine clevere Variante, mit der Arbeitgeber Arbeitnehmern steuerfrei etwas Gutes tun können. Wie genau mit dem Jobticket Lohnsteuer eingespart werden kann, erklärt uns Markus Matt, Chefredakteur der Fachzeitschrift LOHN+GEHALT und Herausgeber der Publikation „Lohnsteuermitteilungen“.

Herr Matt, seit Anfang 2019 gibt es gute Neuigkeiten zum Jobticket. Welche genau sind das?

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„Der Gesetzgeber hat hier eine erfreuliche Änderung des Einkommensteuergesetzes vorgenommen, es wurden steuerfreie Jobtickets eingeführt – natürlich unter anderem auch mit öklogischen Argumenten wie einer geringeren Umweltbelastung durch die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel statt dem Auto. Eine vergleichbare Regelung gab es bis Ende 2003 schon einmal, doch hatte die hohe Politik damals den Einfall, diese für viele Arbeitgeber und Arbeitgeber sehr vorteilhafte Sache im Rahmen von Einsparungen wieder zu kassieren.

Entscheidend ist: Jobtickets sind nun komplett steuerfrei. Bisher galten sie als geldwerte Vorteile mit grundsätzlicher Steuer- und Sozialabgabenpflicht. Wichtig ist allerdings, dass diese Steuerbefreiung nur greift, wenn der Arbeitgeber das Jobticket zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitsentgelt gewährt – und die Finanzierung nicht etwa durch eine Umwandlung dieses Entgeltes erfolgt.“

Das heißt, Sachbezug 44 und Jobticket existieren jetzt unabhängig voneinander?

„Richtig, genauso ist es. Es handelt sich um eine vorteilhafte Koexistenz der 44-Euro-Freigrenze von Sachbezügen und dem Jobticket, beides unabhängig voneinander können Arbeitgeber nun steuerfrei nutzen.“

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Und was bedeuten diese Änderungen ganz konkret für Unternehmen? Wie können sie mit dem Jobticket Steuern sparen?

„Die neue Gesetzeslage hat für Arbeitgeber den konkreten Vorteil, dass sie das Jobticket nicht mehr in die berühmte monatliche 44 Euro-Freigrenze einbeziehen müssen. Eine etwaige Pauschalbesteuerung der Karte entfällt ebenfalls. Das verringert den Verwaltungsaufwand und auch die Kosten erheblich – und schafft den Unternehmen einen zusätzlichen Anreizhebel, um sich auf dem Arbeitsmarkt für die guten Leute attraktiv zu machen.“

Wie genau definiert sich eigentlich ein Jobticket?

„Jobtickets sind persönliche Zeitfahrkarten für öffentliche Verkehrsmittel, welche in der Regel vom Arbeitgeber in Form von Monats- oder Jahreskarten eingekauft und an die Mitarbeiter zur Verfügung gestellt werden. Das Jobticket ist – wie der Name es schon sagt – an das Arbeitsverhältnis gebunden.“

Welche Vorteile bringt die Nutzung von Jobtickets Arbeitgebern?

„Der Arbeitgeber hat ein gutes Argument bei der Anwerbung neuer Mitarbeiter, denn Jobtickets sind in Arbeitnehmerkreisen sehr beliebt. Doch auch bei bestehenden Arbeitsverhältnissen schafft das Jobticket einen gewissen Reiz zum „Bleiben“. Hinzu kommt, dass öffentlich reisende Beschäftigte eher nicht in Unfälle auf dem Arbeitsweg verwickelt sind; im Auto sieht das schon anders aus. Und schließlich leistet der Arbeitgeber einen Beitrag zum Umweltschutz – keine schlechte Sache für das eigene Image.“

Und wie profitieren die Arbeitnehmer?

„Arbeitnehmer kommen mit öffentlichen Verkehrsmitteln oftmals stressfreier an ihr Ziel, denken Sie alleine an die langen Autostaus oder die aufreibende Parkplatzsuche. Zeit im öffentlichen Nahverkehr ist oftmals gewonnene Zeit. Hinzu kommen die Kosten: Das Auto ist in Summe fast immer die teurere Lösung. Außerdem darf ein Jobticket auch in der Freizeit genutzt werden.“

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Jobtickets können auch für private Fahrten genutzt werden, allerdings nur im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Im Fernverkehr sind Fahrscheine lediglich für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte steuerfrei.

Jobticket steuerfrei für Minijobber und Azubis?

„Aber natürlich, diese Personengruppen zählen ja ebenfalls zu den Arbeitnehmern. Bei den geringfügig Beschäftigten ist allerdings darauf zu achten, dass die berüchtigte 450-Euro-Grenze nicht durch den Verdienst plus Jobticket überschritten wird.“

Vielen Dank an Herrn Matt für das interessante Gespräch!

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