So bleibt der Tankgutschein steuerfrei

So bleibt der Tankgutschein steuerfrei

Der Tankgutschein ist ein gängiger Mitarbeiter-Benefit. Doch was ist zu beachten, damit dieses Goodie steuerfrei bleibt? Und welche Vorteile haben digitale Produkte gegenüber der Papiervariante? Darüber haben wir mit Florian Gottschaller gesprochen, einem der beiden SPENDIT AG Gründer.

Florian, der Tankgutschein ist eine beliebte Lohnnebenleistung. Warum steht er bei Arbeitnehmern und Arbeitgebern als zusätzlicher Bonus zum Gehalt hoch im Kurs? 

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„Jeder von uns freut sich über Geschenke. Wenn ich zum Abendessen eingeladen bin, bringe ich Blumen mit oder eine Flasche Wein. Diese Mitbringsel kann ich anfassen und übergeben, sie transportieren meine Wertschätzung direkt und haptisch. Das gilt auch im beruflichen Umfeld: solche Geschenke werden als etwas Zusätzliches wahrgenommen und sind letztlich das Öl im Getriebe aller Beziehungen. Es ist einfach etwas anderes, ob ich 44 Euro aufs Konto überwiesen bekomme, wo sie dem regulären Gehalt zugeschlagen werden, oder ob ich dieses Goodie wie ein kleines Geschenk direkt überreicht bekomme.

In Zeiten vor Tesla und Dieselskandal hatte irgendwie jeder ein Auto. Tankgutscheine waren da wie eine eigene Währung. Für Arbeitgeber waren sie Mittel der Wahl, um ihren Mitarbeitern eine Freude zu machen und Wertschätzung auszudrücken. Das hat sich inzwischen ein wenig verändert.“

Waren- und Tankgutscheine, die der Arbeitgeber einem Mitarbeiter monatlich zukommen lässt, sind dann steuer- und abgabenfrei, wenn der Wert dieses Sachbezugs die Freigrenze von 44 Euro nicht übersteigt (§ 8 Abs. 2 Satz 9 EStG).

Sobald in einem Monat mehrere Sachbezüge gewährt werden, beispielswiese Sachgeschenk und Tankgutschein, müssen die Werte addiert werden. Die Gesamtsumme darf den Bruttowert von 44 Euro nicht übersteigen, damit diese Leistungen steuer- und abgabenfrei bleiben.

Welche weiteren Vorteile hat der Tankgutschein, für Arbeitgeber wie Arbeitnehmer?

 

„Die meisten Arbeitgeber machen sich viele Gedanken, wie sie ihre Mitarbeiter unterstützen und motivieren können. Durch Sozialabgaben und Lohnnebenkosten schrumpft ein Budget, das den Mitarbeitern zugutekommen soll, aber leider schnell auf etwa die Hälfte. Das ist wie ein halber Blumenstrauß oder eine halbleere Flasche Wein. Dank Waren- und Tankgutschein kann der Arbeitgeber seinen Angestellten eine kleine Freude ganz ohne Lohnnebenkosten machen. Selbst der Gesetzgeber hat erkannt, wie wichtig solche Gesten sind, und dafür in den 1990er Jahren das Steuervereinfachungsgesetz geschaffen.

Wenn ich mit Arbeitnehmern spreche, die Sachleistungen von ihrem Chef bekommen, fällt mir immer auf, dass sie sich genau daran erinnern können, wann sie diese Goodies eingesetzt haben. Tankgutscheine werden positiv bemerkt statt als selbstverständlich hingenommen. Das Geld ist dem Arbeitgeber zuordenbar und kann auch für einen kleinen Luxus ausgegeben werden, wie eine Zeitschrift oder einen Schokoriegel an der Tankstelle.“

Müssen Tankgutscheine als Sachbezug denn im selben Monat genutzt werden, in dem sie an den Mitarbeiter ausgegeben werden?

 

„Nein, denn in der Praxis würde das zu schwierigen Abgrenzungsfällen führen. Entscheidend ist nicht, wann der Mitarbeiter seinen Tank befüllt und leer fährt, sondern wann er den Gutschein erhält. Man spricht hier vom sogenannten steuerrechtlichen Zuflussprinzip. Die Gutscheine lassen sich also ansparen und gebündelt ausgeben.“

Der Tankgutschein hat eine Menge Vorteile für Arbeitgeber wie Arbeitnehmer. Dennoch scheuen einige Unternehmen den Aufwand an Verwaltung und Papierkram.

 

„Ja, schließlich bekommt jeder Mitarbeiter zwölf Gutscheine pro Jahr. Bei ein paar hundert Mitarbeitern, ja selbst bei 20 oder 30, ist das ein riesen Aufwand: Die Gutscheine müssen bestellt werden, der Arbeitgeber muss jeden Monat dokumentieren, dass er sie verteilt hat, und die Tankstelle hat die Gutscheine zu verwalten. Auch der Mitarbeiter muss den Gutschein immer dabeihaben und darf ihn nicht verlieren. Tankgutschein sind zum Teil an eine Tankstelle oder eine Tankstellen-Kette gebunden und daher unflexibel. Dieses ganze System ist sehr komplex und fehler- wie verwaltungsanfällig.

Ein virtueller Gutschein löst diese Probleme. Er ist zudem klimatechnisch sinnvoll, schließlich entfallen der Druck auf Papier und das Verschicken. Außerdem können ihn auch Angestellten nutzen, die kein Auto haben, da sich der virtuelle Gutschein für jegliche Sachleistung einsetzen lässt, also beispielsweise für Online-Händler.“

Individuelles Design für Ihre SpenditCard.

Tankgutschein und weitere clevere Benefits gebündelt auf einer Mastercard?

Das heißt, die zeitgemäße Lösung für den guten alten Tankgutschein ist virtuell?

 

„Jeder von uns hat ja genaue Vorstellungen, was er will oder nicht will und worauf er genau heute Lust hat. Shell, Amazon oder Douglas? Tanken, ein gutes Buch oder ein sinnlicher Duft? Genau dafür können Prepaid Karten wie die SpenditCard eingesetzt werden. Sie sind eine sinnvolle Weiterentwicklung für die Abwicklung und Verwendung von Sachbezügen, viel einfacher und einfach zeitgemäß. Denn entscheidend dafür, ob sich Mitarbeiter voll einbringen, Mehrwert stiften und dem Unternehmen lange treu bleiben, sind nicht schnellere Rechner oder coolere Büros, sondern ob jemand Lust auf seinen Job hat. Wenn wir Wertschätzung erfahren, fühlen wir uns unserem Arbeitgeber und unserem Arbeitsplatz verbunden.“

Welche Rückmeldungen erhältst du zum System SpenditCard?

 

„Wir arbeiten inzwischen mit rund 5.000 Firmenkunden zusammen, die die Vorteile der SpenditCard nutzen und vor allem ihre Einfachheit zu schätzen wissen. Sie sagen mir immer wieder, dass dieses System eine enorme Erleichterung bringt. Die Mitarbeiter lieben die Option, dass hier Gehaltserhöhung, Bonuszahlung oder eine Zuwendung zu speziellen Anlässen gebündelt sind und auch angespart werden können – auf bis zu 528 Euro beziehungsweise 708 Euro im Jahr. Als Mastercard® lässt sich die SpenditCard zudem weltweit einsetzen, im Urlaub wie daheim. Eine schöne Form der Liebesbekundung an jeden Mitarbeiter.“

Vielen Dank, Florian, für all die Infos!

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