Prämie für Pflegekräfte, Mitarbeiter im Supermarkt & Co. – Das müssen Arbeitgeber über die 1.500 Euro Sonderprämie wissen

Kurzarbeit auf der einen, Überbelastung auf der anderen Seite. Gerade Menschen, die in systemrelevanten Berufen arbeiten, kommen momentan an ihre Belastungsgrenzen. Und ausgerechnet diese Berufe sind meist unterbezahlt. Deshalb hat die Bundesregierung eine steuerfreie Sonderprämie beschlossen. Erfahren Sie, wer Anspruch darauf hat, bis wann sie gilt und wie Arbeitgeber noch "Danke" sagen können.

Prämie für Pflegekräfte, Mitarbeiter im Supermarkt & Co. – Das müssen Arbeitgeber über die 1.500 Euro Sonderprämie wissen

1.500 Euro Sonderprämie während der Corona-Krise: Wer hat Anspruch darauf?

In einem kürzlich erschienenen BMF-Schreiben wurde offiziell festgelegt, dass Arbeitgeber aufgrund der Corona-Krise „Beihilfen und Unterstützungen bis zu einem Betrag von 1.500 Euro nach § 3 Nummer 11 EStG steuerfrei in Form von Zuschüssen und Sachbezügen“ gewähren können.

Obwohl vor allem für das besonders geforderte Personal in systemrelevanten Berufen, wie Pflegekräfte, Kassierer im Supermarkt oder LKW-Fahrer, Stimmen für eine Sonderprämie laut wurden, ist die Steuerfreiheit der Sonderprämie nicht auf bestimmte Branchen begrenzt. Das heißt: alle Arbeitgeber, egal welcher Berufsgruppe sie angehören, können ihren Mitarbeitern eine steuerfreie Prämie in Höhe von bis zu 1.500 Euro auszahlen. Hintergrund der Entscheidung ist auf das Steuerrecht zurückzuführen, wo grundsätzlich nicht nach Berufen getrennt werden kann. Ein Anstieg der Arbeitsbelastung wurde somit nicht als Kriterium für die Prämie geltend gemacht.

Einzige Voraussetzung für Arbeitgeber, um die Prämie steuerfrei ausbezahlen zu können ist, dass die Prämie zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt wird. Eine Gehaltswandlung ist somit nicht möglich. Damit müssen auch die in R 3.11 Absatz 2 Satz 2 Nummer 1 bis 3 der Lohnsteuer-Richtlinien (LStR) genannten Voraussetzungen nicht vorliegen.

Dürfen auch Minijobber die 1.500 Euro Prämie erhalten?

Da nicht nach Berufen getrennt wird, können auch Minijobber mit steuerfreien 1.500 Euro belohnt werden.

1.500 Euro Prämie im Spezial-Tarifvertrag

In der besonders von der Corona-Krise betroffenen Pflegebranche haben sich die Gewerkschaft ver.di und die Bundesvereinigung der Arbeitgeber in der Pflegebranche (BVAP) bereits in einem Spezial-Tarifvertrag auf eine Sonderprämie geeinigt. Vollzeitbeschäftigte Pflegefachkräfte, Pflegehilfskräfte und Pflegeleitungen sollen demnach mit dem Juli-Gehalt eine Sonderprämie in Höhe von 1.500 Euro erhalten. Bei Teilzeitkräften orientiert sich die Höhe der Prämie an den tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden, während Auszubildende von einer Zusatzzahlung in Höhe von 900 Euro profitieren sollen. Arbeitsminister Hubertus Heil von der SPD plädierte zudem an alle Arbeitgeber der Branche, diese Prämie zu zahlen. Eine allgemein verbindliche Erklärung zum Tarifvertrag, für die das Arbeitsministerium zuständig wäre, liegt jedoch bislang nicht vor.

Kann die Prämie für Pflegekräfte & Co. dauerhaft ausgezahlt werden?

Bei der Sonderprämie handelt es sich um eine zeitlich begrenzte Zusatzleistung. Das bedeutet, dass Arbeitgeber nur im Zeitraum von 1. März bis 31. Dezember 2020 bis zu 1.500 Euro steuerfrei an ihre Mitarbeiter auszahlen können. Im Anschluss müssen Prämien wieder wie gewohnt versteuert werden. Wie Arbeitgeber ihren Mitarbeiter aber langfristig steuerfreie Zusatzleistungen bieten können, haben wir in unserem Artikel „Steuersparen leicht gemacht: Geschenke an Mitarbeiter sind abzugsfähig“ zusammengefasst.

Steht die 1.500 Euro Sonderprämie in Verbindung mit anderen Steuerbefreiungen?

Bereits vor der Corona-Krise hatten Arbeitgeber die Möglichkeit, ihren Mitarbeitern steuerfreie Zusatzleistungen zu gewähren. Dazu gehören bspw. die 44-Euro-Freigrenze via TankgutscheineJobtickets, Zuschüsse zum Fitnessstudio oder ein Zuschuss zum Mittagessen.

Wichtig: Diese Steuerbefreiungen, andere Bewertungsvergünstigungen und Pauschalbesteuerungsmöglichkeiten (z. B. § 3 Nummer 34a, § 8 Absatz 2 Satz 11, § 8 Absatz 3 Satz 2 EstG) bleiben von der neuen Sonderprämie unberührt, sodass die 1.500 Euro neben den bestehenden steuerfreien Leistungen steuerfrei gewährt werden können. Auch Zuschüsse, die zusätzlich bzw. als Ausgleich zum Kurzarbeitergeld gewährt werden fallen nicht unter die Steuerbefreiung der 1.500 Euro Sonderprämie. Wie das Kurzarbeitergeld steuerfrei aufgestockt werden kann, haben wir ebenfalls in einem Artikel zusammengefasst.

Wichtig für die Buchhaltung:
Die steuerfreien Leistungen müssen unbedingt im Lohnkonto aufgezeichnet werden.

Können auch Arbeitgeber, die Kurzarbeit angemeldet haben die 1.500 Euro Sonderprämie auszahlen?

Laut BMF Schreiben ist die Voraussetzung, damit diese Prämie steuerfrei ausgezahlt werden kann, dass diese „zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn geleistet wird“. Für Arbeitgeber ist es daher empfehlenswert, in diesem konkreten Fall den Steuerberater hinzuzuziehen. Dieser kann dann beispielsweise überprüfen, ob die Prämie über andere Mittel, z.B. über Rücklagen, ausgezahlt werden kann, sofern dazu eine zusätzliche Vereinbarung mit den Mitarbeitern vorliegt.

Welche Möglichkeiten steuerfreier Prämien gibt es, die dauerhaft genutzt werden können?

Wie bereits erwähnt, kann die für die Corona-Krise beschlossene Sonderprämie nur bis zum 31. Dezember 2020 steuerfrei gezahlt werden. Gerade die Mitarbeiter in systemrelevanten, aber oft unterbezahlten Berufen sollten jedoch nachhaltig von einem höheren Nettolohn profitieren und nicht nur mit einer einmaligen Prämie „belohnt“ werden. Schließlich sollten Arbeitgeber ihren Mitarbeitern Anerkennung und Wertschätzung nicht nur während Krisenzeiten, sondern dauerhaft entgegenbringen. Doch das kann auch ohne Sonderprämien steuerfrei gelingen, denn steuerfreie Sachbezüge bieten zahlreiche Möglichkeiten, auch in den kommenden Jahren der Belegschaft steuerfreie Zusatzleistungen zukommen zu lassen. Die 44-Euro-Freigrenze kann bspw. auch im nächsten Jahr noch steuerfrei gewährt werden, sodass Arbeitnehmer nachhaltig von über 500 Euro mehr Netto im Jahr profitieren.

 

Sonderprämie auszahlen – mit der SpenditCard

Mit sogenannten Sachbezugskarten, wie der SpenditCard, können Mitarbeiter das Guthaben dann ganz flexibel einsetzen und deutschlandweit nutzen. Aber auch weitere Steuervorteile wie bspw. 60 Euro für besondere Anlässe oder die aktuelle 1.500 Euro Sonderprämie können über die SpenditCard steuerfrei gewährt werden. Die Prämie kann zudem auch anteilig, bspw. 150 Euro auf zehn Monate verteilt, ausgezahlt werden.

Und die Auszahlung der Prämie über die SpenditCard hat noch einen weiteren Vorteil: Wird die Prämie einfach auf das Bankkonto des Mitarbeiters überwiesen, geht diese schnell auf dem Konto unter, während die Sonderzahlung über die SpenditCard als separates Extra wahrgenommen wird.

SpenditCard 44-Euro-Freigrenze

Egal, ob 44 Euro-Freigrenze, Zuschuss für das Internet oder eine Extra-Prämie, mit der SpenditCard können sie alle steuerbegünstigten Möglichkeiten auf einer Karte digital verwalten.

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