Herausforderung der HR-Branche und Problem für jeden Recruiter: War for Talent

Herausforderung der HR-Branche und Problem für jeden Recruiter: War for Talent

„The whole battle going forward will be for talent in fact, [….] Some people just didn‘t notice it“

Dieses Zitat von Kenneth Lay stammt bereits aus den späten 90iger Jahren. Der Chairman von Enron erklärte den Erfolg seines Unternehmens mit dem Talent seiner Mitarbeiter und äußerte sich besorgt darüber, wie selten diese einfache Wahrheit in Personalabteilungen großer Firmen auf Resonanz stößt. Heute, mehr als 20 Jahre später, ist der „Kampf um die Talente“ eine der größten Herausforderungen der HR-Branche. Doch wie kann man ihn gewinnen?

Der War for Talent – Bedeutung und Ursprung

„War for Talent“ bezeichnet den Kampf um außerordentliche Talente in der Arbeitswelt. Zum ersten Mal wurde der Begriff im Jahr 1997 von McKinsey Direktor Ed Michael genutzt, der damit die stetige Suche einer innovativen Personalabteilung nach den besten Mitarbeitern bezeichnete.

Was hat den War for Talent ausgelöst?

Es gibt nicht nur eine Ursache für das Phänomen „War for Talent“. Viel eher waren es verschiedene Umstände, die uns zum heutigen War for Talent gebracht haben.

Auslöser des War for Talent

  • Demographische Entwicklung
  • Wandel vom Industrie- zum Informationszeitalter
  • Globalisierung

Demographische Entwicklung

Bedingt durch die stetig sinkende Geburtenrate, die sich auch in den kommenden Jahren fortsetzen wird, sinkt die Zahl der Erwerbstätigen fortlaufend. Bei Personen zwischen 35 und 60 Jahren wird sogar mit einem Rückgang von über 50 Prozent in den kommenden fünf Jahrzehnten gerechnet. Eine Entwicklung, die in den Industrieländern rund um den Erdball zu erkennen ist. So entsteht ein Fachkräftemangel, der einen immer stärkeren Einfluss auf das Recruiting der Unternehmen hat.

Veränderung der Arbeitswelt – vom Industrie- zum Informationszeitalter

Während zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts nur 17 Prozent aller Arbeitsplätze speziell ausgebildete Arbeitskräfte erforderten, belief sich der Anteil im Jahr 2008 bereits auf über 60 Prozent. Die Gründe dafür sind vor allem im technischen Fortschritt, aber auch in der Globalisierung zu finden. Ein Prozess, der noch nicht abgeschlossen ist. Die Nachfrage nach gut ausgebildeten Arbeitskräften wird auch in den nächsten Jahren noch stetig ansteigen.

Globalisierung und modernes Nomadentum

Gerade gut ausgebildete Arbeitnehmer sind in der Regel auch besonders flexibel. Sie können sich in vielen Sprachen unterhalten und fühlen sich in vielen Ländern und Städten zu Hause. Die Unternehmen wiederum suchen weltweit nach den Besten. Ein sich stets verschärfender Wettbewerb um die besten Kräfte einer Branche entsteht. Hinzu kommt der Umstand, dass auch die Wirtschaften sogenannter Peripheriestaaten rasant wachsen. Das bedeutet, dass in Europa ausgebildete Fachkräfte wieder in ihre Heimat zurückkehren und gleichzeitig junge Akademiker aus den westlichen Ländern attraktive Angebote in diesen prosperierenden Staaten annehmen.

Was bedeutet der War for Talent für modernes Personalmarketing?

Noch immer wird der drohende Mangel an gut ausgebildeten Facharbeitern unterschätzt. Manche halten den War for Talent für ein Märchen. Deshalb ist eine der ersten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Strategie die Sensibilisierung von Personalern. Sie sollten sich als Personaler darüber bewusst sein, dass selbst wenn Ihr Unternehmen derzeit alle Stellen mit guten Mitarbeitern besetzt hat, dies für die Zukunft keineswegs garantiert ist.

Sicherlich werden in den nächsten Jahren einige verdiente Kollegen in Rente gehen. Andere könnten von Mitbewerbern abgeworben werden. Im Klartext bedeutet das, dass Sie jetzt schon Bedingungen schaffen sollten, Ihre besten Mitarbeiter im Unternehmen zu halten und schlafende Talente frühzeitig zu erkennen. Dabei geht es weniger um Geld. Laut einer Studie des Karrierenetzwerkes Xing steht das Gehalt erst an dritter Stelle der Wünsche gut ausgebildeter Mitarbeiter.

Was wünschen sich Ihre Mitarbeiter?

  • Flexibilität – Die Mehrheit der befragten Arbeitnehmer wünschen sich eine freiere Gestaltung der Arbeitszeit. Jeder vierte Arbeitnehmer gab außerdem an, dass er sich längere Auszeiten in Form von Elternzeit, Sabbatjahr oder unbezahltem Urlaub wünscht.
  • Freizeit – Viele Mitarbeiter wünschen sich eine Verkürzung der Arbeitszeit. Die Wunscharbeitszeit liegt dabei bei ca. 35 Stunden. Die Mitarbeiter sind zum großen Teil bereit dafür auf Lohn zu verzichten.
  • Gehalt – Im Rahmen der Studie wurde auch das Thema Gehalt angesprochen. Allerdings waren es vor allem weniger gut ausgebildete Mitarbeiter, die sich ein höheres Gehalt wünschten.
  • Weiterbildung – 71 Prozent der Befragten sind Neuerungen gegenüber aufgeschlossen und sogar jeder Dritte von ihnen begrüßt eine Veränderung des eigenen Berufsbildes.
  • Transparenz und Mitbestimmung – 66 Prozent der Befragten möchten stärker in die Entscheidungen des Unternehmens mit einbezogen werden. Gerade dies ist ein Punkt, an dem sich ein gutes Personalmanagement zeigt.

Wie Sie als Recruiter den War for Talent gewinnen

Es stimmt – es gibt einen Kampf um Talente, doch als aufmerksamer Personaler haben Sie viele Möglichkeiten, diesen Kampf für sich und Ihr Unternehmen zu entscheiden. Das Gute ist, es muss nicht einmal teuer sein. Gute Mitarbeiter wollen Flexibilität und Wertschätzung in Form von Mitbestimmung, Vertrauen und kleinen, aber wohl durchdachten Incentives.

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