Fragen im Telefoninterview – So gelingt das Telefonat mit dem potentiellen Arbeitgeber

Fragen im Telefoninterview – So gelingt das Telefonat mit dem potentiellen Arbeitgeber

Eigentlich ist Telefonieren etwas völlig Alltägliches. Wir rufen Freunde an, um zu quatschen, vereinbaren Arzt- oder Friseurtermine oder erkundigen uns bei den Eltern, wie es so geht. Ganz und gar nicht alltäglich ist es aber, wenn ein potenzieller Arbeitgeber am anderen Ende der Leitung ist. Und das passiert immer öfter. Denn im Bewerbungsprozess ist ein Telefoninterview inzwischen gängige Praxis. Das spart den Unternehmen Zeit und Geld. Und es hilft bei der Vorauswahl geeigneter Kandidaten. Damit es den Bewerbern vor Nervosität nicht die Sprache verschlägt und sie sich ins rechte Licht rücken können, obwohl man sie nicht sieht, hilft eine gute Vorbereitung, ein bisschen Übung und manchmal sogar ein Glas Wasser.

1.  Warum nutzen Unternehmen Telefoninterviews?

Gerade auf heiß begehrte Stellen kommen viele Bewerber. Als erste Orientierung, ob diese auch wirklich alle Voraussetzungen für den freien Job mitbringen, dienen dem Personaler die klassischen Bewerbungsunterlagen wie Lebenslauf, Anschreiben, Zeugnisse. Doch manchmal gibt es einfach Nachfragen z.B. zu Karrierebrüchen oder der Interviewer möchte einen persönlichen Eindruck bekommen. Natürlich könnte man das in einem klassischen Vorstellungsgespräch auch klären, aber dazu müssten alle Beteiligten Anreise und Zeit einplanen. Der Aufwand beim Telefonat ist also erheblich geringer. Letztlich erspart die telefonische Vorauswahl vielleicht sogar beiden Seiten eine ohnehin vorhersehbare Enttäuschung.

Gut zu wissen:

  • Das Unternehmen will möglichst zeitsparend eine Vorauswahl treffen.
  • Das Telefonat ist keine Schikane.
  • Die Fragen zielen darauf ab herauszufinden, ob Bewerber und Unternehmen zusammenpassen.

2. Fragen im Telefoninterview: Kennen Sie Ihren Gesprächspartner, das Unternehmen und sich selbst

Manchmal ist es gut, sich einfach in eine Situation zu begeben und sich dabei auf seinen Instinkt zu verlassen. Bei einem Bewerbungs-Telefoninterview nicht! Hier können Sie mit guter Recherche und Vorbereitung punkten. Natürlich kann es auch dann noch passieren, dass Sie einmal ins Stocken geraten oder keine spontane Antwort auf eine überraschende Frage parat haben, aber je mehr Sie vorab über den potenziellen Arbeitgeber, den Job und sich selbst wissen, desto sicherer und souveräner wirken Sie während des gesamten Gespräches.

Fakten sammeln, kennen und auswendig lernen:

  • Unternehmenshomepage checken und wichtigste Fakten notieren.
  • Die eigenen Bewerbungsunterlagen noch einmal durchlesen.
  • Die Stellenanzeige noch einmal genau unter die Lupe nehmen, wichtigste Punkte aufschreiben & verinnerlichen.
  • Den eigenen Lebenslauf in- und auswendig kennen.
  • Typische Bewerbungsfragen kennen, z.B. nach eigenen Stärken und Schwächen, Gehaltsvorstellung, Bewerbungsmotivation, vorherigen Arbeitgebern, Werten oder Qualifikationen.
  • Wer ruft mich an? Bei XING oder LinkedIn mehr über den Gesprächspartner herausfinden.
  • Eigene Fragen überlegen.

Bei der heiklen Frage nach dem Gehalt sind viele Bewerber unsicher. Wie Sie Ihr Wunschgehalt am besten kommunizieren, erfahren Sie in unserem Artikel: Gehaltswunsch richtig formulieren: Was bin ich wert, und wie kommuniziere ich es?

Wer beim ersten Gespräch die Gehaltsfrage noch komplett vermeiden möchte, kann alternativ nach weiteren Benefits oder Zusatzleistungen fragen. Mit Lunchit oder der SpenditCard profitieren Mitarbeiter bspw. von einem höheren Nettolohn und Arbeitgeber können gleichzeitig Steuern sparen. 

Lunchit App und SpenditCard

3. Erst anziehen, dann drangehen

Das Ohr sieht besser als man denkt! Zwar weiß der Personaler bzw. Gesprächspartner nicht, ob Sie einen Schlafanzug, Nachthemd oder die gemütliche Jogginghose beim Telefonat tragen, aber er wird es unterbewusst spüren. Verhelfen Sie sich also selbst zur inneren Spannung und ziehen Sie sich etwas Passendes an. Sorgen Sie für eine ruhige Umgebung. Legen Sie die Bewerbungsunterlagen bereit und recherchieren Sie im Vorhinein alles, was Sie wissen müssen. Vor allem Informationen über Ihren potenziellen Arbeitgeber sind wichtig. Telefoninterviews werden meistens vorher angekündigt, es ist also möglich, sich die Gesprächszeit freizuhalten und sich ganz in Ruhe vorzubereiten.

Schaffen Sie die perfekten Rahmenbedingungen für das Gespräch:

  • Sie sind entsprechend Ihres möglichen Jobs gekleidet.
  • Die Unterlagen mit allen relevanten Informationen liegen bereit, Sie haben sich Fragen notiert, die Sie stellen möchten.
  • Notizblock und Stift sind zur Hand, damit Sie ggf. während des Gespräches Stichworte aufschreiben können.
  • Es ist ruhig. Keine laute Musik, keine lauten Familienmitglieder oder Freunde! Das Handy oder Telefon hat noch genügend Akkulaufzeit.

Tipp bei Überfall-Anrufen des Arbeitgebers:
Es kann auch vorkommen, dass Unternehmen sich unangekündigt melden. Wenn Sie gerade an der Supermarktkasse stehen, gehen Sie nicht dran, sondern rufen später zurück. Oder Sie nehmen ab und sagen, dass es gerade unpassend ist und vereinbaren einen neuen Gesprächstermin.

4. Small-Talk oder Fakten? Den richtigen Gesprächs-Ton treffen

Im Telefonat werden natürlich viele Fakten abgefragt: Dazu gehören Fragen, die auch in einem normalen Vorstellungsgespräch aufkommen. Aber: Zu jedem Gespräch, sei es auch noch so sachlich und zielorientiert, gehört auch immer der obligatorische Small-Talk, um einander näher kennenzulernen. Eine freundliche Begrüßung, Lachen, wenn es passt, zuhören, nachfragen – all das ist nicht nur erlaubt, sondern sorgt auch am Telefon für eine angenehme Atmosphäre.

Höflich, freundlich und authentisch klingen:

  • Lächeln Sie! Das lässt Ihre Stimme freundlicher klingen
  • Gerade Körperhaltung! Sonst kommt die Stimme schnell lahm rüber.
  • Ein Glas mit stillem Wasser kann die Stimme retten und ertränkt den Frosch im Hals.
  • Nicht zu schnell sprechen! Ihr Gegenüber möchte schließlich alles mitbekommen.
  • Zuhören, nicht ins Wort fallen.
  • Kurze persönliche Bemerkungen ja, aber nicht zu lange und ausführlich erzählen. Den Faden nicht verlieren.
  • „Guten Tag“, „Auf Wiedersehen“ und „Dankeschön“. Denken Sie an freundliche Begrüßungs- und Abschiedsfloskeln.

5. Übung macht den Telefoninterview-Meister

Einen genauen Gesprächsverlauf kann niemand vorhersehen, trotzdem kann man durch Üben sicherer werden. Machen Sie also Freunde zum Trainingspartner und gehen Sie das bevorstehende Interview, die Notizen und Unterlagen, die Sie dazu bereitgelegt haben, immer wieder durch.

Trainingsplan für das Vorstellungsgespräch am Telefon:

  • Pauken Sie Ihren Lebenslauf.
  • Überlegen Sie sich Antworten auf mögliche Fragen und sprechen Sie sie laut aus!
  • Die Fakten über das Unternehmen müssen sitzen, genauso wie Englisch-Vokabeln.
  • Haben Sie den Namen des Gesprächspartners wirklich schon verinnerlicht?
  • Formulieren Sie Ihre eigenen Fragen, sprechen Sie sie laut und deutlich aus.
  • Üben Sie anhand mehrerer Rollenspiele. Ihre Freunde nehmen dabei die Rolle des Arbeitgebers ein, tauschen Sie aber ruhig auch mal die Rollen. Nutzen Sie dazu das Telefon.
  • Bitten Sie Ihre Rollenspiel-Partner um ehrliches Feedback.
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