Diese 3 Tipps zur Gehaltsverhandlung nach der Probezeit sollten Sie kennen

Diese 3 Tipps zur Gehaltsverhandlung nach der Probezeit sollten Sie kennen

Die Probezeit ist fast geschafft? Perfekt. Einige Wochen vor dem offiziellen Ende setzen sich Arbeitnehmer und Chef gewöhnlich zusammen, um in einem Feedback- bzw. Übernahmegespräch die vergangenen und kommenden Monate unter die Lupe zu nehmen. Was lief gut, was könnte besser werden? Oft geht es dabei auch um das liebe Geld, also um das zukünftige Gehalt. Da gilt es, sich richtig vorzubereiten: Mit welchen Fragen werde ich wohl konfrontiert? Wie kann ich als Arbeitnehmer geschickt nachverhandeln, wie komme ich an eine Gehaltserhöhung? Geht es auch um eine neue Vereinbarung oder einen Vertrag? Wir klären, was man in einer Gehaltsverhandlung nach der Probezeit unbedingt beachten sollte.

Fester Job, mehr Geld, neuer Vertrag: Die Facts im Übernahmegespräch

Klar, wer übernommen werden und mehr Geld verdienen möchte, der muss mit harten Fakten punkten. Wie sieht die eigene Leistung fürs Unternehmen aus, was macht gerade mich absolut unentbehrlich für die Firma? Das Übernahmegespräch ähnelt einem Vorstellungsgespräch. Mit folgenden Fragen kann man rechnen:

Fragestellung: Um welche konkreten Aufgaben ging es in der Probezeit? Welche Leistungen hat der Angestellte für das Unternehmen erbracht, welchen Nutzen geboten?

To Do: Im Vorfeld schriftlich fixieren: konkrete Projekte, die man erfolgreich gemanagt hat; Prozesse, die man optimieren konnte; Kosten, die man einsparen geholfen hat; Kunden, die gewonnen werden konnten; Weiterbildung. Im Mittelpunkt stehen hier nachvollziehbare Ergebnisse.

Fragestellung: Wie könnten zukünftigen Aufgaben aussehen? Was bedeutet die neue Position konkret?

To Do: Im Vorfeld informieren, was die neue Position für Aufgaben beinhaltet. Am besten jemanden aus dem Unternehmen befragen, der genau diese Position innehat. Ansonsten helfen berufliche Netzwerke wie Xing oder LinkedIn bzw. Google weiter. Ggf. auch eigene Projektideen mitbringen.

Fragestellung: Welche möglichen Schwächen und Stärken des Arbeitnehmers sind aufgetaucht?

To Do: Stärken anhand von Leistungen verdeutlichen, beispielsweise: „Dank meiner vorausschauenden Planung und zeitnahen Kommunikation mit dem Kunden konnten wir Projekt XY reibungslos/vor der Zeit abschließen.“

Wenn es bei einem Projekt gehakt hat, ruhig benennen und Feedback entspannt annehmen – dabei eine Lösung parat haben, um klarzumachen, dass das künftig nicht mehr vorkommen wird.

All diese Punkte sollten schriftlich fixiert werden, entweder in einer Vereinbarung oder einem neuen Vertrag. Vor allem, wenn es um mehr Gehalt geht.

3 Tipps, das Gehalt erfolgreich nachzuverhandeln

Tipp 1: Die Dos der Gehaltverhandlung

Auch wenn Sie noch so geschickt argumentieren und rhetorisch brillieren: Letztlich geht es um die eigene Leistung, wenn das Unternehmen mehr Geld zahlen soll. Es kommt also darauf an zu zeigen, dass man die Gehaltserhöhung wirklich verdient und das Unternehmen durch den Deal profitiert. Die beiden Grundfragen, auf die Ihr Chef eine Antwort hören möchte, lauten daher:

  • Welchen Nutzen bringen Sie der Abteilung oder dem Unternehmen dafür, dass man Ihnen mehr Geld ausbezahlen soll?
  • Welche Erfolge können Sie für Ihre Firma erreichen?

Ihre schriftlich fixierten Projekte, über die wir oben gesprochen haben, können die Grundlage dieser Argumentation bilden.

Tipp 2: Die Dont’s der Gehaltsverhandlung

Bleiben Sie grundsätzlich sachlich. Emotionen haben in Verhandlungen um das Gehalt nichts verloren.

  • Verhandeln Sie nur in ruhiger Atmosphäre mit genügend Zeit.
  • Gehen Sie mit einer konkreten Vorstellung in die Verhandlung, wieviel Geld Sie wollen. Und warum.
  • Persönliche Gründe sind tabu. Nicht das neue Haus oder der gerade geborene Nachwuchs zählen, sondern die eigene Leistung.
  • Bitte keine Vergleiche mit Kollegen – auch nicht mit denen, die dieselbe Position innehaben. Es geht um die eigenen Erfolge.
  • Nicht das erstbeste Angebot des Chefs annehmen. Verhandeln ist angesagt.
  • Erpressung? Besser nicht. Wer droht, sich bei zu wenig Gehalt am Markt umzuschauen, muss das womöglich schon bald tun.
  • Am besten kein hartes Nein formulieren. Verhandeln bedeutet, kompromissbereit zu sein. Bietet der Chef weniger Geld als erhofft, können eventuell Benefits die Lücke schließen, siehe weiter unten.

Tipp 3: Angemessen fordern

Wer in einem Unternehmen arbeitet, in dem die Gehälter transparent sind, kennt die Bandbreite. Je nach persönlicher Leistung, Berufserfahrung und Komplexität der Aufgaben verdient der eine mehr, der andere weniger. Aber auch die wirtschaftliche Lage des Unternehmens und die Konjunktur der gesamten Branche spielen eine Rolle. Das sind die Eckpfeiler, an denen sich Gehaltsvorstellungen orientieren können und sollten.

Geld ist nicht alles: Goodies und Benefits

Ihr Chef würde ja gerne, hat aber finanziell keinen Spielraum? Dann sind steuerfreie Sachbezüge eine gute Wahl. Es handelt sich dabei um eine Leistung, die Angestellte zusätzlich zum Gehalt bekommen – ganz ohne Steuern und Abgaben. Das kann der Firmenwagen oder ein Jobticket sein, ein Warengutschein für Arbeitnehmer oder der Zuschuss fürs Fitnessstudio. Auch ein Beitrag zum Mittagessen ist denkbar. Der Beschenkte kann diese Goodies ganz flexibel einsetzen.

Steuerfreie Sachbezüge sind eine gute Möglichkeit, Mitarbeitern etwas Gutes zu tun, ohne Geld ans Finanzamt zu verlieren. Wie genau das funktioniert und was es steuerlich zu beachten gilt, haben wir in einem weiteren Artikel zusammengestellt: Motivation vom Feinsten – der steuerfreie Sachbezug

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