Fragen im Telefoninterview: So gelingt das Bewerbungsgespräch am Telefon

Im Bewerbungsprozess ist ein Telefoninterview heute gängige Praxis, in Corona-Zeiten ohnehin. Das spart Unternehmen Zeit und Geld, denn es hilft bei der Vorauswahl geeigneter Kandidaten. Damit Sie als Bewerber punkten, helfen gute Vorbereitung und ein bisschen Übung. Wir erklären, wie ein Telefoninterview abläuft, welche typischen Fragen gestellt werden und geben Tipps zur Selbstpräsentation.

Fragen im Telefoninterview: So gelingt das Bewerbungsgespräch am Telefon

Warum nutzen Unternehmen Telefoninterviews anstelle von Vorstellungsgesprächen?

Gerade auf heiß begehrte Stellen kommen viele Bewerber. Als erste Orientierung, ob jemand auch wirklich alle Voraussetzungen für den freien Job mitbringt, nutzen Personaler die klassischen Bewerbungsunterlagen wie Lebenslauf, Anschreiben und Zeugnisse. Doch manchmal gibt es Nachfragen, beispielsweise zu Karrierebrüchen; oder der Interviewer möchte einen persönlichen Eindruck bekommen. Natürlich könnte man das in einem klassischen Vorstellungsgespräch klären, aber dazu müssten alle Beteiligten Anreise und einen längeren Termin einplanen – und in Corona-Zeiten entfällt der persönliche Kontakt ohnehin meist. Der Aufwand beim Telefonat oder Videocall ist einfach geringer. Letztlich erspart diese Art der Vorauswahl vielleicht sogar beiden Seiten eine ohnehin vorhersehbare Enttäuschung.

Warum Telefoninterview oder Videocall?

  • Das Unternehmen will möglichst zeitsparend eine Vorauswahl treffen.
  • Telefonat oder Videocall sind keine Schikane.
  • Die Fragen zielen darauf ab, herauszufinden, ob Bewerber und Unternehmen zusammenpassen.

Wie und wann findet das Telefoninterview statt und wie lange dauert es?

Wer von einem Unternehmen zu einem Telefoninterview eingeladen wird, erhält in der Regel eine Mail mit Terminvorschlägen, die vom Bewerber kurz beantwortet werden kann. Diese Einladung verrät oft auch schon, ob es sich um ein Telefoninterview oder um ein telefonisches Vorstellungsgespräch handelt. Ein Telefoninterview dauert in der Regel 20 bis 30 Minuten, für ein Vorstellungsgespräch setzen Personaler üblicherweise 45 bis 60 Minuten an.

Der Unterschied zwischen einem Telefoninterview und einem Vorstellungsgespräch am Telefon:

  • Im Telefoninterview werden Basisinformationen abgefragt, um etwas über den Bewerber zu erfahren und eventuelle Lücken im Lebenslauf zu klären.
  • Im telefonischen Vorstellungsgespräch geht es um komplexere Fragen, beispielsweise nach der eigenen Motivation, Interessen, Stärken und Schwächen oder persönlichen Zielen. Hier besteht auch die Möglichkeit, als Bewerber Fragen zu stellen.

Die ideale Vorbereitung fürs Bewerbungsgespräch am Telefon

Bei einem Bewerbungsgespräch – ob am Telefon, per Video oder live – sind gute Recherche und umfassende Vorbereitung Pflicht. Natürlich kann es auch dann noch passieren, dass Sie einmal ins Stocken geraten oder keine spontane Antwort auf eine überraschende Frage parat haben, aber je mehr Sie vorab über den potenziellen Arbeitgeber, den Job und sich selbst wissen, desto sicherer und souveräner wirken Sie während des gesamten Bewerbungsgesprächs.

 

So sind Sie perfekt auf das Telefoninterview vorbereitet:

 

  • Unternehmenshomepage checken und wichtigste Fakten notieren.
  • Die eigenen Bewerbungsunterlagen noch einmal durchlesen.
  • Den persönlichen Lebenslauf in- und auswendig kennen.
  • Die Stellenanzeige genau unter die Lupe nehmen, wichtige Punkte aufschreiben und verinnerlichen.
  • Typische Bewerbungsfragen kennen, z. B. nach eigenen Stärken und Schwächen, Gehaltsvorstellung, Bewerbungsmotivation, vorherigen Arbeitgebern, Werten oder Qualifikationen.
  • Wer ruft mich an? Bei XING oder LinkedIn mehr über den Gesprächspartner herausfinden.
  • Bei internationalen Unternehmen: Englisch-Vokabeln parat haben.
  • Eigene Fragen überlegen.

Das richtige Setting fürs Telefoninterview

Das Ohr sieht besser als man denkt! Zwar weiß der Gesprächspartner nicht, ob Sie einen Schlafanzug oder die gemütliche Jogginghose beim Telefonat tragen, aber er wird es eventuell unterbewusst spüren. Verhelfen Sie sich also selbst zur inneren Spannung und ziehen Sie sich etwas Passendes an. Wenn es um einen Videocall geht, am besten nicht nur obenrum schick machen, sondern auch eine passende Hose und entsprechende Schuhe tragen.

Telefoninterview

Sorgen Sie außerdem für eine ruhige Umgebung. Legen Sie die Bewerbungsunterlagen bereit und recherchieren Sie im Vorhinein alles, was Sie wissen müssen. Atmen Sie vor dem Gespräch ein paar Mal tief ein und aus, das beruhigt.

So schaffen Sie die perfekten Rahmenbedingungen für das Gespräch:

 

  • Sie sind entsprechend Ihres möglichen Jobs gekleidet.
  • Die Unterlagen mit allen relevanten Informationen liegen bereit, Sie haben sich Fragen notiert, die Sie stellen möchten.
  • Notizblock und Stift sind zur Hand, damit Sie während des Telefoninterviews Stichworte aufschreiben können.
  • Es ist ruhig. Keine laute Musik, keine lauten Familienmitglieder oder Freunde. Das Handy oder Telefon hat noch genügend Akkulaufzeit.

Tipp bei Überfall-Anrufen des Arbeitgebers

Es kann vorkommen, dass Unternehmen sich unangekündigt melden. Wenn Sie gerade an der Supermarktkasse stehen, gehen Sie besser nicht dran, sondern rufen später zurück. Oder Sie nehmen ab und sagen, dass es momentan unpassend ist und vereinbaren einen neuen Gesprächstermin.

Der typische Ablauf des Telefoninterviews

Jeder Personaler handhabt das Vorstellungsgespräch ein wenig anders, aber die folgenden Punkte tauchen in fast jedem Gespräch auf.

Bereiten Sie sich als Bewerber gut darauf vor:

 

  • Begrüßung: Der Anrufer – also der Personaler – stellt sich zunächst kurz vor, dann ist der Bewerber an der Reihe und nennt seinen vollständigen Namen.
  • Selbstpräsentation: Der Bewerber fasst seinen bisherigen Werdegang angelehnt an den Lebenslauf kurz zusammen. Wichtig ist, Kompetenzen hervorzuheben, die für den neuen Job relevant sein könnten.
  • Fragen und Erwartungen: Personaler fragen oft nach Erwartungen, die der Bewerber mitbringt, um zu klären, ob er zur angestrebten Position passt. Es geht aber auch darum, den Kandidaten besser kennenzulernen und einschätzen zu können. Dazu gehören Fragen zum Werdegang und zu bestimmten Stationen im Lebenslauf, zur Motivation und Qualifikation und auch zu Aufgaben beim bisherigen Arbeitgeber.
  • Rund um den Job: Natürlich geht es auch um die angestrebte Position, um Rahmenbedingungen, Eintrittstermin, Kündigungsfristen beim bisherigen Arbeitgeber und um Gehaltsvorstellungen.
  • Rückfragen: Hier besteht die Möglichkeit für Bewerber, mehr über den Arbeitgeber und den neuen Job zu erfahren. Gute Vorbereitung zahlt sich aus, denn je fundierter die Fragen, desto besser der Eindruck.
  • Verabschiedung: Meist erklärt der Interviewer kurz das weitere Procedere und wann mit einer Entscheidung bzw. Rückmeldung zu rechnen ist.

Wie man mit Fangfragen umgeht

Viele Bewerber fürchten Fangfragen im Vorstellungsgespräch. Personalern geht es dabei nicht um Hinterlist oder Tücke, sondern darum, den Bewerber aus der Reserve zu locken und authentisch zu erleben. Wer ist der Mensch hinter der perfekten Fassade? Schließlich neigen wir in Vorstellungsgesprächen alle dazu, uns von unserer Schokoladenseite zu präsentieren.

 

Auf knifflige Fragen muss niemand wie aus der Pistole geschossen antworten. Lassen Sie sich ruhig ein paar Momente Zeit, um zu überlegen. Antworten Sie dann möglichst ehrlich – Ihr Gegenüber möchte Sie kennenlernen, und wenn Sie einen falschen Eindruck vermitteln, werden Sie womöglich im neuen Job nicht glücklich. Bei Fragen zur Persönlichkeit empfiehlt es sich, sich kurz zu halten. Wer sehr ausschweifend wird, verrät oft mehr, als er möchte.

 

Hier kommen drei Beispiele zu Fragen, mit denen der Gesprächspartner die Motivation und Persönlichkeit eines Bewerbers ergründen möchte. Wenn Sie sich im Vorfeld Antworten auf solche und ähnliche Fragen überlegen, kommen Sie im Vorstellungsgespräch nicht ins Straucheln:

 

  • Gibt es eine Leistung in Ihrem beruflichen Werdegang, auf die Sie besonders stolz sind? Welche Erfolge konnten Sie bisher verbuchen? Wo liegen Ihre Stärken? Erzählen Sie von einem Erfolg im Team oder einem einsamen Erfolg? Reagieren Sie sachlich oder emotional? Ihre Antwort gibt auch Auskunft darüber, wieviel Begeisterung in Ihnen steckt.
  • Gibt es etwas, das Ihre Kollegen von Ihnen lernen können? Sind Sie ein Einzelkämpfer oder Teamplayer? Wie steht es um Ihre Sozialkompetenz? Hier geht es darum, welchen Mehrwert Sie dem Unternehmen bieten können.
  • Was würde Ihr momentaner Chef mir über Sie erzählen? Wie empathisch sind Sie? Reflektieren Sie Ihre eigenen Stärken und Schwächen? Wer auf diese Frage gut vorbereitet ist und empathisch und offen von Fähigkeiten wie auch Schwachstellen berichten kann, sammelt Bonuspunkte.

Die Frage nach dem Gehalt

Viele Bewerber verunsichert diese Frage. Wie Sie Ihren Wunschgehalt am besten kommunizieren, erfahren Sie in unserem Artikel zum Gehaltswunsch. Wer beim ersten Gespräch die Gehaltsfrage lieber vermeiden möchte, kann alternativ nach Benefits fragen. Mit Lunchit oder der SpenditCard profitieren Mitarbeiter beispielsweise von einem höheren Nettolohn und Arbeitgeber können gleichzeitig Steuern sparen.

Der richtige Ton im Bewerbungsgespräch

Zu jedem Gespräch, sei es auch noch so sachlich und zielorientiert, gehört der obligatorische Small-Talk, um sich besser kennenzulernen. Eine freundliche Begrüßung, Lachen, wenn es passt, zuhören, nachfragen – all das ist nicht nur erlaubt, sondern sorgt auch beim telefonischen Bewerbungsgespräch oder im Videocall für eine angenehme Atmosphäre.

 

So kommen Sie freundlich, souverän und authentisch rüber:

 

  • Lächeln: Das lässt die Stimme freundlicher klingen.
  • Auf eine gerade Körperhaltung achten, sonst kommt die Stimme gedämpft rüber. Im Stehen zu sprechen verleiht der Stimme oft Kraft und Festigkeit.
  • Langsam sprechen und das Atmen nicht vergessen.
  • Zuhören, nicht ins Wort fallen.
  • Kurze persönliche Bemerkungen ja, aber nicht zu lange und ausführlich erzählen. Den roten Faden nicht verlieren.
  • „Guten Tag“, „Auf Wiedersehen“ und „Dankeschön“. An freundliche Begrüßungs- und Abschiedsfloskeln denken – am besten in Verbindung mit dem Namen des Gegenübers.
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