Instrumente der Mitarbeiterbindung – wie bindet man die besten Köpfe ans Unternehmen?

Instrumente der Mitarbeiterbindung –  wie bindet man die besten Köpfe ans Unternehmen?

Wenn Sie diese Überschrift angesprochen hat, befinden Sie sich vermutlich – wie viele andere Unternehmen auch – mitten im War for Talent, um geeignete Mitarbeiter zu rekrutieren und davon die besten an Ihr Unternehmen zu binden. Die Betonung liegt hier auf „die besten“, denn unmotivierte oder schlecht qualifizierte Mitarbeiter verhelfen Ihrem Unternehmen nicht zum Erfolg. Ihr Abgang erspart Ihnen sogar Arbeit.

In Zeiten des Fachkräftemangels steht man allerdings immer öfter vor der Herausforderung zu nehmen, „was der Markt hergibt“. Man stellt somit Leute mit Potenzial ein und entwickelt sie zu guten Mitarbeitern. Entwicklungsarbeit kostet allerdings Zeit und Geld. Dann stehen Sie jedoch vor der nächsten Herausforderung: nämlich, diese zu binden. Der Mitbewerber frohlockt mit interessanten Angeboten, um Ihre entwickelten Mitarbeiter und damit auch deren Kunden abzuwerben.

Nun stellt sich die Frage, was denn die besten Mitarbeiter ausmacht und wer diese sind, bevor Sie sich für konkrete Maßnahmen entschließen, sie an Ihr Unternehmen zu binden?

 

Natürlich sind es die fachlichen Kenntnisse und das Expertenwissen. Auch Führungsqualitäten, wenn es sich um Managementpositionen handelt. In vielen Bereichen ist es auch das Branchen- und Fachwissen. Handelt es sich um Mitarbeiter, die nahe am Kunden arbeiten, so ist es die gute Kundenbeziehung. Dort besteht die große Gefahr, dass mit dem Abgang des Mitarbeiters gleichzeitig Kunden zum Mitbewerber wechseln. Und das wollen Sie auf jeden Fall verhindern.

Was sind nun gut funktionierende Instrumente der Mitarbeiterbindung?

 

Passende Unternehmensphilosophie

Die engste Bindung des Mitarbeiters zum Unternehmen besteht sicherlich dann, wenn  Unternehmens- und Mitarbeiterphilosophie übereinstimmen. Wenn sich der Mitarbeiter in der Unternehmenskultur gut aufgehoben fühlt und die Kollegen quasi wie Freunde sieht. In einem derartigen Umfeld fühlt sich der Mitarbeiter wohl wie in seiner Familie, kann maximale Leistung durch Ausschöpfung seines gesamten Potenzials erzielen, weil er einfach so sein kann, wie er ist. Und letztlich wollen wir alle so angenommen bzw. geliebt werden wie wir sind.

Deshalb: Etablieren Sie eine wertschätzende, offene Unternehmenskultur, wo Diversität der Menschen gut geheißen wird – das führt zu einer engen Bindung ans Unternehmen.

Sinnstiftende Arbeit

Mitarbeiter gehen meist auch in die Arbeit, um Geld zu verdienen. Wir alle müssen unsere Rechnungen bezahlen. Und viele Mitarbeiter wollen etwas leisten, das heißt eine sinnstiftende Tätigkeit ausführen und gute Ergebnisse erzielen. Also, hindern Sie Ihre Mitarbeiter nicht daran, Geld zu verdienen und lassen Sie ihnen geldwerte Vorteile zukommen.

Über mehr Netto vom Brutto freut sich jeder Mitarbeiter. Umso besser, dass es genügend Möglichkeiten steuerfreier Sachbezüge gibt. Essen muss jeder – bezuschussen Sie doch das Mittagessen Ihrer Mitarbeiter, z.B. mit der Lunchit App.

Täglich gelebtes Employer Branding

Seit einigen Jahren ist der Begriff des „Employer Brandings“ in aller Munde, insbesondere in HR-Kreisen. Reduziert sich Ihr Employer Branding auf Hochglanzbroschüren, PR-Floskeln und schöne Karriereseiten? Oder leben Sie täglich eine gute Arbeitgebermarke?

Leben Sie es vor, indem Sie Ihr Unternehmen toll finden, es Freunden und Bekannten empfehlen. Gerade Sie in der HR-Abteilung können Empfehlungsprogramme ins Leben rufen, damit Ihre guten Mitarbeiter weitere potentiell gute Mitarbeiter ins Unternehmen holen. Wussten Sie, dass Mitarbeiterempfehlungen am besten von allen Rekrutierungsmaßnahmen funktionieren?

Deshalb: Etablieren Sie eine wertschätzende, offene Unternehmenskultur, wo Diversität der Menschen gut geheißen wird – das führt zu einer engen Bindung ans Unternehmen.

Transparente Gehälter

Glauben Sie, dass Ihre Mitarbeiter untereinander nicht über Ihre Gehälter reden? Da täuschen Sie sich vermutlich. Dieses Thema können Sie auch vertraglich nicht ausklammern.

Besser: Sorgen Sie für ein transparentes, offen gelegtes Gehaltsschema, in welchem jeder seinen Status und seine Entwicklungsmöglichkeiten sieht und besprechen Sie es offen mit dem Mitarbeiter. Wo nichts versteckt ist, kann nicht getuschelt werden.

Ausreichendes Maß an Flexibilität und Freizeit

Bezahlen Sie Ihre Mitarbeiter für Anwesenheit, Leistung oder Erfolg? Welcher Mitarbeiter ist Ihnen lieber: einer, der seine Arbeitszeit absitzt und hinter seinem Bildschirm vorgibt zu arbeiten? Oder einer, der vorgibt immer zu leisten und trotzdem keine Ergebnisse erzielt? Oder einer, der mit außerordentlichen Resultaten überzeugt und trotzdem nicht neben ihnen im Büro sitzt und vielleicht nachts arbeitet? Gerade in diesen Zeiten ist Arbeitszeitenflexibilisierung ein großes Thema.

Versuchen Sie es mal mit Vertrauen – flexibilisieren Sie Arbeitsort und Arbeitszeit. Vereinbaren Sie klare Ziele, messen Sie sie, besprechen Sie sie regelmäßig und handeln Sie danach. Ihre Mitarbeiter werden es Ihnen danken. Keiner, der jemals flexibel arbeiten durfte, wechselt in einen „Anwesenheits-definierten Job“, selbst wenn er dort mehr verdienen würde. Das ist ein sehr einfaches und auch günstiges Instrument der Mitarbeiterbindung.

Homeoffice

Und wie wichtig ist Ihnen eine Auszeit vom stressigen Arbeitsalltag? Kommen Sie aus Ihrem Urlaub mit frischen und kreativen Ideen zurück in die Arbeit? Glauben Sie nicht auch, dass es Ihren Mitarbeitern genauso geht?

Deshalb: Gönnen Sie Ihren Mitarbeitern mehr freie Tage. Eine extra Woche Urlaub bindet Mitarbeiter enorm, vor allem in Österreich, wo sechs Wochen erst nach vielen Dienstjahren möglich sind. Wenn Sie ganz mutig sind, führen Sie Sabbaticals ein. Damit sind Sie garantiert ein sehr gefragter Arbeitgeber!

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