Pausen am Arbeitsplatz: Urlaub für den Kopf

Pausen am Arbeitsplatz: Urlaub für den Kopf

„In der Hast des modernen Lebens haben viele Menschen sich zu Maschinen entwickelt, deren einziger Zweck das Geldverdienen ist“, meint der Dalai Lama. Soweit wollen wir es auf keinen Fall kommen lassen! Jeder braucht im Job schließlich auch ein wenig Zeit für sich, fürs Kopf-frei-Kriegen, für gesundes Mittagessen und den Plausch mit den Kollegen. Genau dafür gibt es schließlich Pausen.

Wer zu lange am Stück arbeitet, wird automatisch müde, schlapp und übellaunig. Die Kreativität sinkt tief in den Keller, das Unfallrisiko bei körperlicher Arbeit steigt. Das hat auch der Gesetzgeber erkannt und feste Pausen-Regelungen im sogenannten Arbeitszeitgesetz installiert. Diese sind übrigens keine Empfehlungen, sondern verpflichtend!

Pausen am Arbeitsplatz: Diese Rechte & Pflichten haben Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Die meisten von uns verbringen mehr als sechs Stunden am Tag in ihrem Job. Laut Gesetzgeber ist damit eine Pause von mindestens 30 Minuten vorgeschrieben. Wer länger als neun Stunden im Büro sitzt, muss mindestens 45 Minuten Arbeitspause einlegen. Eine Pause brauchen wir nicht am Stück zu nehmen – Aufstückelungen in Blöcke von jeweils 15 oder mehr Minuten sind möglich. Am besten mal beim Betriebsrat oder im Tarifvertrag nachschauen, denn jedes Unternehmen kann eigene Regelungen treffen. Vor allem in  Bereichen mit Schichtarbeit, bei der Pflege oder im Krankenhaus ist das durchaus üblich.

Wichtig: Die Ruhepause darf weder am Anfang noch am Ende der Arbeitszeit liegen. Sinnvollerweise teilt sie unsere Jobzeit in zwei etwa gleichlange Blöcke. Eine Pause sollte vorab feststehen, also mit dem Chef abgesprochen sein, damit nicht alle gleichzeitig Mittag machen und niemand ans Telefon geht. Wir können unsere Pause demnach nicht zwangsläufig so legen, wie wir wollen. Dafür dürfen alle Angestellten, wenn sie denn Pause haben, frei entscheiden, wie und wo sie diese Zeit verbringen. Auch außerhalb des Betriebsgeländes, wenn um die Ecke das Lieblingsrestaurant liegt.

Wer in Teilzeit oder Schichtarbeit sechs Stunden oder weniger arbeitet, hat übrigens keinen gesetzlichen Anspruch auf Pausen. Die meisten Arbeitgeber nutzen allerdings das Direktions- bzw. Weisungsrecht und bieten selbst bei kürzeren Arbeitszeiten Ruhepausen an. Das ist sinnvoll, schließlich lässt unsere Konzentration nach 90 Minuten deutlich nach. Wer jetzt ein Mini-Break einschiebt, ist danach wieder konzentrierter bei der Sache.

Pause ist nicht gleich Pause

  • Ruhepausen sind der Klassiker: Bei sechs Stunden Arbeitszeit dauern sie mindestens 30 Minuten, ab neun Stunden 45 Minuten. Sie dienen dem Erholungsbedürfnis und können frei gestaltet werden, wenn die Betriebsvereinbarung nichts anderes vorsieht. Sie sind unbezahlt, werden von der Arbeitszeit abgezogen.
  • Lärm- und Bildschirmpausen sind Kurzpausen, um die Leistungsfähigkeit aufrechtzuerhalten. Sie dauern nur wenige Minuten und sollen den Kopf bzw. die Ohren frei machen. Sie werden vom Arbeitgeber bezahlt.
  • Zu Raucherpausen gibt es keine gesetzliche Regelung, daher hat niemand automatisch Anspruch darauf. Grundsätzlich bestimmt der Arbeitgeber, ob, wo, wie oft und wie lange geraucht werden darf. Raucherpausen müssen nachgeholt und an die offizielle Arbeitszeit drangehängt werden.
  • Betriebspausen tauchen immer dann auf, wenn Arbeitsabläufe unfreiwillig unterbrochen werden, wie bei einem Stromausfall oder IT-Problemen. Sie gelten als Arbeitszeit und werden vom Unternehmen gezahlt.
  • Ruhezeiten liegen zwischen zwei aufeinanderfolgenden Arbeitstagen und dienen zur Erholung. Dieses Fenster für Freizeit muss mindestens elf Stunden betragen. Klar, Ruhezeiten sind unbezahlt.

Pausen-Kick am Arbeitsplatz: 5 Minuten Me Time

Pause ist Erholungszeit. Das heißt: Bildschirm abschalten. Bis nachher, E-Mails und Telefon. Nach rund 90 Minuten Arbeit brauchen wir fünf bis zehn Minuten Pause. Nur so füllen wir unsere leeren Akkus wieder auf. Einmal Fenster öffnen, Lieblings-Ohrwurm zweimal hören, dreimal dehnen und strecken, vier Sätze mit dem Kollegen vom Büro gegenüber – solche Mini-Breaks tun einfach gut. Wer eine Fitness-Uhr hat, kann sein Tagesziel anpeilen und ein paar Stockwerke nehmen. Danach ist der Kopf wieder frei für die nächsten Aufgaben. Wem es schwerfällt, sich alle 90 Minuten ans Relaxen zu erinnern, lädt sich eine App wie Time Out oder Breaktaker herunter.

Die leckerste Stunde des Tages: Ruhepausen mit Lunchit

Und mittags? Am besten rausgehen, Sonne tanken, bewegen, mit Kollegen übers Wochenende reden oder eigenen Gedanken nachhängen. Hauptsache: gut essen und in Ruhe genießen. Ganz einfach und vom Finanzamt unterstützt geht das mit Lunchit, der digitalen Essensmarke per App. Arbeitgeber, die keine Kantine haben, können ihren Mitarbeitern damit einen Essenszuschuss in jedem Restaurant in der Umgebung bieten. Auch bei Mahlzeiten vom Lieferservice oder beim Snack aus dem Supermarkt beteiligt sich das Finanzamt. Wie das konkret funktioniert, erfahren Sie in unserem Artikel zum Thema Sachbezugswert Verpflegung.

Ist dieser Artikel ein neuer Stern auf Ihrem Wissenshimmel? Wir freuen uns über Ihre Bewertung!
0/50 ratings

Ihre Lesezeit ist noch nicht ausgeschöpft? Hier finden Sie noch mehr Inspiration: