New Work – New Office! Unser Mitarbeiter Benjamin erzählt von seinen persönlichen Erfahrungen in einem Coworking Büro

New Work – New Office! Unser Mitarbeiter Benjamin erzählt von seinen persönlichen Erfahrungen in einem Coworking Büro
© rent24, Andreas Lukoschek

Eine Woche im Büro, ein paar Tage Homeoffice und zwei Wochen Teleworking auf Bali? Für die Mehrheit der jungen Arbeitnehmer kein Problem. Ganz nach dem Motto „Working anytime, anywhere“ fordern sie diese Art des Arbeitens sogar zunehmend ein. Es ist also kaum verwunderlich, dass laufend neue Konzepte zur Arbeitswelt 4.0 entstehen. So wie das Coworking Büro, auch Shared Office oder Coworking Space genannt. Die SPENDIT AG geht hier mit gutem Beispiel voran: Als Benjamin, unser Mitarbeiter aus dem Sales Team, den Wunsch äußerte, von München nach Berlin ziehen zu wollen, hat das Unternehmen zugestimmt und ihn bei dieser neuen Herausforderung unterstützt.

Für Benjamin änderte sich zwar nicht das Unternehmen, aber alles andere – Coworking Space statt Großraumbüro, Video-Konferenzen statt Kaffee mit Kollegen, Selbstdisziplin statt regelmäßiger Meetings mit dem Vorgesetzten. Welche Erfahrungen er dabei gemacht hat und welche Vor- und Nachteile das Arbeiten in einem Coworking Büro mit sich bringt, erzählt er uns im Interview:

Benjamin, zählst du dich zur Generation Y und wie wichtig ist dir Flexibilität in deinem Arbeitsalltag?

Ich bin 25 Jahre alt, zähle also ganz offiziell zur Generation Y, und ich kann mich auch absolut mit den typischen Eigenschaften der Millennials identifizieren. Flexibilität ist für mich persönlich besonders wichtig. Das müssen Arbeitgeber, meiner Meinung nach, bieten. In der heutigen Zeit sollten sich Unternehmen so positionieren, dass die Mitarbeiter ihre Arbeitszeit gestalten können, wie es für sie passt, sofern es die Arbeit zulässt. Ein Angestellter im Supermarkt oder in der Produktion ist dahingehend natürlich eingeschränkt, aber es gibt eine Menge Jobs, die flexibles Arbeiten zulassen.

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Ich habe beispielsweise schon Mitarbeiter kennengelernt, deren Arbeitgeber es erlauben, zwischendurch ein kurzes Nickerchen einzulegen. Das bedeutet ja nicht, dass sie nicht richtig arbeiten, im Gegenteil. Wer sich kurz erholt, ist danach oft viel leistungsfähiger. Und das, was am Ende zählt, ist doch das Ergebnis. Ich arbeite im Vertrieb, da ist die Leistung relativ einfach messbar, in anderen Bereichen ist das schwieriger – Arbeitgeber müssen einfach Vertrauen zu ihren Mitarbeitern haben. Ist das nicht vorhanden, zerbricht die gute Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Beziehung sowieso schnell. Junge Arbeitnehmer möchten einfach Spaß haben bei der Arbeit, sind wissenshungrig und stellen Althergebrachtes auch mal in Frage. Und dieses Potenzial sollten Chefs unbedingt nutzen. Das klappt jedoch nur, wenn eine gewisse Vertrauensbasis vorhanden ist.“

Du hast jetzt fast eineinhalb Jahre in einem Coworking Büro gearbeitet. Kannst du kurz erklären, um was es sich dabei eigentlich genau handelt?

Im Prinzip ist ein Coworking Büro, Coworking Space oder Shared Office nichts anderes als ein großes Bürogebäude mit Einzelsitzplätzen und kleineren Räumen für beispielsweise Startups, die dezentral aufgestellt sind. Meist sind die Büros sehr hip eingerichtet und man fühlt sich wie ein Teil einer großen Community. In meinem Fall ist es so, dass sowohl Flexible Desks zur Verfügung stehen – man kann sich hinsetzen, wo man möchte –, als auch Fix Desks, also feste Arbeitsplätze. Wer trotz Coworking Büro gerne einen festen Arbeitsplatz haben möchte, mietet sich am besten einen Fix Desk.“

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Warum hat sich SPENDIT dazu entschlossen, dir einen Arbeitsplatz in einem Coworking Büro in Berlin anzubieten, anstatt ein eigenes Büro zu mieten?

 

„Aus Unternehmenssicht ist es nicht gerade lukrativ, für eine Person ein extra Büro zu mieten. Vor allem in Städten wie Berlin ist das viel zu teuer. Deshalb war ein Shared Office oder Coworking Space genau die richtige Alternative. Man muss auch sagen, dass diese Büros attraktiv gestaltet sind und jede Menge Rundum-Service bieten. Von der Popcorn-Maschine über Frühstücks-Donnerstage bis hin zur Massage bleibt da kaum ein Wunsch offen. Ich schätze vor allem den täglichen Austausch mit unterschiedlichsten Menschen. Das ist einfach die perfekte Möglichkeit, um neue Leute kennenzulernen oder sein Netzwerk auszubauen. Viele moderne Unternehmen wie Tesla oder Amazon haben komplette Abteilungen in Shared Offices untergebracht. Gerade für Innovation Hubs sind Coworking Büros besonders interessant, weil sie in Sachen Atmosphäre, Netzwerk und Events jede Menge bieten und sich von „klassischen“ Büros abheben. Arbeiten im Homeoffice war für mich keine Option, da mir persönlich die sozialen Kontakte und das gewohnte Arbeitsumfeld fehlen würden. Ich trenne gerne Berufliches und Privates. Wenn ich nur im Homeoffice arbeiten würde, würden die Grenzen zu stark verschwimmen.“

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Welche Vorteile hat für dich das Arbeiten in einem Coworking Büro?

„Man hat fast immer die Möglichkeit, monatlich zu kündigen, und das ist auf jeden Fall ein toller Bonus. Außerdem kann ich die gesamte Infrastruktur nutzen. Meetingräume, Getränke und Büro-Equipment wie Drucker oder Internetzugänge sind vorhanden und im Preis inbegriffen. Und das Beste ist natürlich, dass ich mich um nichts kümmern muss. Küchendienst oder ähnliches gibt es im Shared Office nicht, das sind alles Leistungen, die inkludiert sind. Gerade wenn ein Unternehmen einen neuen Standort mit wenigen Mitarbeitern aufbauen möchte, ist ein Coworking Büro eine tolle Möglichkeit, zeitnah und mit geringem Organisationsaufwand einen Arbeitsplatz zur Verfügung zu stellen.

Ich war auch erstaunt, wie ambitioniert die Leute im Shared Office arbeiten. Es bedeutet nämlich nicht, dass man parallel zueinander arbeitet, sondern vielmehr miteinander in Kontakt tritt, sich austauscht, unterstützt und gegenseitig mit kreativen Ideen und Impulsen versorgt.“

Gerade wenn ein Unternehmen einen neuen Standort mit wenigen Mitarbeitern aufbauen möchte, ist ein Coworking Büro eine tolle Möglichkeit, zeitnah und mit geringem Organisationsaufwand einen Arbeitsplatz zur Verfügung zu stellen.

In deiner Zeit bei SPENDIT hast du sowohl in unserem Münchner Office als auch im Coworking Büro in Berlin gearbeitet. Welche Faktoren findest du persönlich nachteilig am Arbeiten in einem Coworking Büro?

 

„Vor allem der tägliche Austausch mit den Kollegen fehlt. Ich musste mich erst daran gewöhnen, dass ich brandaktuelle News manchmal nicht in Echtzeit erfahre. Deshalb sollten Unternehmen darauf achten, Kommunikationstools wie Slack oder Microsoft Teams zu implementieren, damit Mitarbeiter an anderen Standorten Neuigkeiten nicht verpassen. Gerade als Vertriebler ist es wichtig, dass die Kommunikation funktioniert, denn was die eigenen Produkte angeht, sollte man natürlich immer up to date sein. Ich würde aber dennoch jedem empfehlen, der im Coworking Space arbeitet, regelmäßig im Headquarter des Unternehmens vorbeizuschauen.
Man muss sich außerdem bewusst sein, dass die Räume im Shared Office wie ein Großraumbüro gestaltet sind. Das heißt, wenn man sehr viel telefonieren muss, kann das schon störend sein. Aus eigener Erfahrung kann ich aber sagen, dass kaum jemand laut telefoniert. Im Coworking Büro ist es tendenziell sogar ruhiger als in gewöhnlichen Großraumbüros. Ich habe den Eindruck, dass die Leute mehr Rücksicht nehmen.

Und man muss sich im Klaren sein, dass Menschen aus unterschiedlichsten Unternehmen im Coworking Büro arbeiten. Da kann auch die direkte Konkurrenz am Tisch nebenan sitzen. Deshalb würde ich wichtige Gespräche in separaten Räumen führen. Man weiß eben nie genau, wer gerade zuhört.“

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Wie so oft ist diese neue Art des Arbeitens nicht für jeden und auch nicht für jedes Unternehmen geeignet. Wann ist Coworking deiner Meinung nach sinnvoll, für wen eignet es sich besonders?

 

Ich würde schon sagen, dass es sich vor allem für Startups eignet, da es eine tolle Möglichkeit zum Netzwerken bietet und man nicht längerfristig gebunden, sondern flexibel ist. Aber auch für Mittelständler und Freelancer kann es interessant sein, ein neues Arbeitsumfeld kennenzulernen und neue Kontakte zu knüpfen. Für bestimmte Tätigkeiten eignet es sich natürlich weniger. Call Center-Mitarbeiter werden im Shared Office nicht glücklich. Coworking Büros haben außerdem feste Öffnungszeiten. Die sind zwar meist breit aufgestellt, aber rund um die Uhr arbeiten funktioniert nicht. Meiner Erfahrung nach arbeiten vor allem Leute aus dem Entwicklungs- und Marketingbereich in Coworking Büros. Oft nicht mehr als zwei Mitarbeiter eines Unternehmens, denn sobald es mehr sind, ist ein eigenes Büro lukrativer.“

Coworking bedeutet auch, dass man sich selbst organisieren muss und beispielsweise keine Ablage-Flächen hat. Hast du Tipps, wie man das dennoch gut hinbekommt?

 

„Da ich einen festen Arbeitsplatz hatte, war das für mich kein Problem. Außerdem stehen Rollcontainer zur Verfügung, die auch abgesperrt werden können. Getränke sind eigentlich immer im Mietpreis inbegriffen. Das bedeutet, man hat den Luxus eines All-Inclusive-Paketes.“

Der kurze Smalltalk im Büroflur oder die Kaffeepause zwischendurch mit den Kollegen entfällt beim Arbeiten im Coworking Space. Hat dir dieser direkte und persönliche Kontakt gefehlt?

 

Ja, auf jeden Fall. Wenn man nicht vor Ort ist, ist man einfach nicht Teil des täglichen Bürolebens und bekommt auch die scheinbar unwichtigen Dinge nicht mit, die aber oft den guten Zusammenhalt im Unternehmen ausmachen. Mit geeigneten Kommunikationstools und -prozessen kann man den fehlenden, direkten Kontakt aber einigermaßen ausgleichen. Gut ist, dass man viele Sachen auch telefonisch erledigen kann.“

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Welche Art des Arbeitens bevorzugst du für die Zukunft, Coworking Büro oder feste Büroräume?

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© rent24, Andreas Lukoschek

Ich persönlich tendiere schon stark zum Arbeiten im Coworking Büro, weil ich festgestellt habe, dass ich einfach produktiver und weniger abgelenkt bin. Aber ich kann mir vorstellen, dass viele Arbeitgeber dem Konzept noch immer skeptisch gegenüberstehen und den Mitarbeitern nicht ausreichend vertrauen. Ich bin aber guter Dinge, dass sich das in den nächsten Jahren stark verändern wird und Vorgesetzte merken, dass die Leute motivierter und produktiver sind, wenn sie mehr Freiheiten haben und flexibler arbeiten können.“

Vielen Dank, Benjamin, dass du deine Erfahrungen mit uns geteilt hast!

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