Pausen am Arbeitsplatz: Urlaub für den Kopf

Dass Pausen am Arbeitsplatz wichtig sind, hat auch der Gesetzgeber erkannt und feste Pausenregelungen im Gesetz verankert. Warum Pausen so wichtig sind, welche Arten von Pausen es gibt, wie viel Pause gesetzlich vorgeschrieben ist und was eigentlich passiert, wenn Pausen nicht eingehalten werden, haben wir für Sie zusammengefasst.

Pausen am Arbeitsplatz: Urlaub für den Kopf

Warum sind Pausen am Arbeitsplatz wichtig?

Wer zu lange am Stück arbeitet, wird automatisch müde, schlapp und übellaunig. Die Kreativität sinkt tief in den Keller, das Unfallrisiko bei körperlicher Arbeit steigt. Das hat auch der Gesetzgeber erkannt und das Recht auf Pause am Arbeitsplatz  im sogenannten Arbeitszeitgesetz (ArbZG) festgelegt. Diese sind übrigens keine Empfehlungen, sondern verpflichtend.

„In der Hast des modernen Lebens haben viele Menschen sich zu Maschinen entwickelt, deren einziger Zweck das Geldverdienen ist“, meint der Dalai Lama. Soweit wollen wir es auf keinen Fall kommen lassen! Jeder braucht im Job schließlich auch ein wenig Zeit für sich, fürs Kopf-frei-Kriegen, für gesundes Mittagessen und den Plausch mit den Kollegen. Genau dafür gibt es schließlich Pausen.

Wie viel Pause ist gesetzlich vorgeschrieben?

Die meisten von uns verbringen mehr als sechs Stunden am Tag in ihrem Job. Laut Gesetzgeber ist damit eine Pause von mindestens 30 Minuten vorgeschrieben. Wer länger als neun Stunden im Büro sitzt, muss mindestens 45 Minuten Arbeitspause einlegen.

Eine Pause brauchen wir nicht am Stück zu nehmen – Aufstückelungen in Blöcke von jeweils 15 oder mehr Minuten sind möglich. Am besten mal beim Betriebsrat oder im Tarifvertrag nachschauen, denn jedes Unternehmen kann eigene Regelungen treffen. Vor allem in Bereichen mit Schichtarbeit, bei der Pflege oder im Krankenhaus ist das durchaus üblich.

Wichtig:
Im Arbeitszeitgesetz wird nicht zwischen verschiedenen Tätigkeiten unterschieden – wie bspw. der Arbeit im Büro oder körperlicher Arbeit im Baugewerbe. Das heißt, die gesetzlich vorgeschriebenen Pausenregelungen gelten gleichermaßen für alle Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Wann muss die Pause am Arbeitsplatz erfolgen?

Die Ruhepause darf weder am Anfang noch am Ende der Arbeitszeit liegen. Sinnvollerweise teilt sie unsere Jobzeit in zwei etwa gleichlange Blöcke. Eine Pause sollte vorab feststehen, also mit dem Chef abgesprochen sein, damit nicht alle gleichzeitig Mittag machen und niemand ans Telefon geht.

Arbeitnehmer können ihrePause demnach nicht zwangsläufig so legen, wie sie wollen. Dafür dürfen alle Angestellten, wenn sie denn Pause haben, frei entscheiden, wie und wo sie diese Zeit verbringen. Auch außerhalb des Betriebsgeländes, wenn um die Ecke das Lieblingsrestaurant liegt.

Wer in Teilzeit oder Schichtarbeit sechs Stunden oder weniger arbeitet, hat keinen gesetzlichen Anspruch auf Pausen. Die meisten Arbeitgeber nutzen allerdings das Direktions- bzw. Weisungsrecht und bieten selbst bei kürzeren Arbeitszeiten Ruhepausen an. Das ist sinnvoll, schließlich lässt unsere Konzentration nach 90 Minuten deutlich nach. Wer jetzt ein Mini-Break einschiebt, ist danach wieder konzentrierter bei der Sache.

Was passiert, wenn Pausen am Arbeitsplatz nicht eingehalten werden?

Verantwortlich für die Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Pausen am Arbeitsplatz ist immer der Arbeitgeber, sodass dieser auch sicherstellen muss, dass die Pausen von den Mitarbeitern eingehalten werden. Die Pausenregelungen gelten übrigens auch im Homeoffice und bei Vertrauensarbeitszeit. Werden Pausen nicht eingehalten, handelt es sich um einen Verstoß gegen das Arbeitszeitgesetz, was mit einer Strafe von bis 15.000 Euro geahnt werden kann. Dies ist jedoch nur der Fall, wenn es sich um eine Ordnungswidrigkeit handelt. Ist die fehlende Pause z.B. mitverantwortlich für einen Arbeitsunfall und wurde der Mitarbeiter darum gebeten, die Pause nicht einzuhalten, müssen Arbeitgeber sogar mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr rechnen.

Wann handelt es sich konkret um einen Verstoß gegen die Pausenzeitenregelung?

Um einen Verstoß handelt es sich bereits, wenn die Pausen am Arbeitsplatz nicht im Voraus festgelegt sind. Zudem gilt als Verstoß, wenn:

  • keine Pause gewährt wird
  • die Pause nicht rechtzeitig gewährt wird
  • die Pause nicht mit der vorgeschriebenen Mindestdauer gewährt wird

Das bedeutet auch, dass es Arbeitnehmern nicht gestattet ist, die Pausen nicht einzuhalten, um z.B. früher Feierabend zu machen. Die Verantwortung liegt jedoch beim Arbeitgeber, dass dieser Fall nicht eintritt. Gleichzeitig müssen Mitarbeiter Regelungen ihres Arbeitgebers, die nicht den gesetzlichen Richtlinien entsprechen, nicht befolgen.

Was können Arbeitgeber tun, wenn sich Arbeitnehmer nicht an die Pausenregelungen halten?

Hält sich ein Mitarbeiter nicht an die vorgeschriebenen Pausen am Arbeitsplatz, sollten Arbeitgeber mit einer Abmahnung reagieren. Bei wiederholten Verstößen ist sogar eine verhaltensbedingte Kündigung möglich.

Was gilt als Arbeitspause? Welche Arten von Pausen gibt es?

  • Ruhepausen sind der Klassiker: Bei sechs Stunden Arbeitszeit dauern sie mindestens 30 Minuten, ab neun Stunden 45 Minuten. Sie dienen dem Erholungsbedürfnis und können frei gestaltet werden, wenn die Betriebsvereinbarung nichts anderes vorsieht. Sie sind unbezahlt, werden von der Arbeitszeit abgezogen.
  • Lärm- und Bildschirmpausen sind Kurzpausen, um die Leistungsfähigkeit aufrechtzuerhalten. Sie dauern nur wenige Minuten und sollen den Kopf bzw. die Ohren frei machen. Sie werden vom Arbeitgeber bezahlt.
  • Zu Raucherpausen gibt es keine gesetzliche Regelung, daher hat niemand automatisch Anspruch darauf. Grundsätzlich bestimmt der Arbeitgeber, ob, wo, wie oft und wie lange geraucht werden darf. Raucherpausen müssen nachgeholt und an die offizielle Arbeitszeit drangehängt werden.
  • Betriebspausen tauchen immer dann auf, wenn Arbeitsabläufe unfreiwillig unterbrochen werden, wie bei einem Stromausfall oder IT-Problemen. Sie gelten als Arbeitszeit und werden vom Unternehmen gezahlt.
  • Ruhezeiten liegen zwischen zwei aufeinanderfolgenden Arbeitstagen und dienen zur Erholung. Dieses Fenster für Freizeit muss mindestens elf Stunden betragen. Klar, Ruhezeiten sind unbezahlt.

Pausen-Kick am Arbeitsplatz: 5 Minuten Me Time

Pause ist Erholungszeit. Das heißt: Bildschirm abschalten. Bis nachher, E-Mails und Telefon. Nach rund 90 Minuten Arbeit brauchen wir fünf bis zehn Minuten Pause. Nur so füllen wir unsere leeren Akkus wieder auf. Einmal Fenster öffnen, Lieblings-Ohrwurm zweimal hören, dreimal dehnen und strecken, vier Sätze mit dem Kollegen vom Büro gegenüber – solche Mini-Breaks tun einfach gut. Wer eine Fitness-Uhr hat, kann sein Tagesziel anpeilen und ein paar Stockwerke nehmen. Danach ist der Kopf wieder frei für die nächsten Aufgaben. Wem es schwerfällt, sich alle 90 Minuten ans Relaxen zu erinnern, lädt sich eine App wie Time Out oder Breaktaker herunter.

Die leckerste Stunde des Tages: Ruhepausen mit Lunchit

Und mittags? Am besten rausgehen, Sonne tanken, bewegen, mit Kollegen übers Wochenende reden oder eigenen Gedanken nachhängen. Hauptsache: gut essen und in Ruhe genießen. Ganz einfach und vom Finanzamt unterstützt geht das mit Lunchit, der digitalen Essensmarke per App. Arbeitgeber, die keine Kantine haben, können ihren Mitarbeitern damit einen Essenszuschuss in jedem Restaurant in der Umgebung bieten. Auch bei Mahlzeiten vom Lieferservice oder beim Snack aus dem Supermarkt beteiligt sich das Finanzamt. Wie das konkret funktioniert, erfahren Sie in unserem Artikel zum Thema Sachbezugswert Verpflegung.

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